Cantiere biografico
degli Anarchici IN Svizzera








ultimo aggiornamento: 24/05/2026 - 13:36

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Baginski Max

Schuhmacher, Publizist



Max Baginski: 7.8.1864 Bartenstein Preussen (heute Bartosyzce Polen) - 24.11.1943 New York

Max Baginski mit seiner Partnerin Emilie Schumm (...

Der Schuhmacher Max Baginski lebte seit 1882 in Berlin und gehörte wie sein Bruder Richard (?, ebenfalls Schuhmacher) zu den Gründern einer oppositionellen Bewegung in der deutschen Sozialdemokratie (SPD), genannt die Jungen. Um Max Baginski von Berlin fernzuhalten, der wie sein Bruder zu einer gewichtigen Stimme in der Gewerkschaft der Schuhmacher geworden war, ernannte ihn die Parteileitung 1890 zum Herausgeber des Parteiblattes Der Proletarier aus dem Eulengebirge in Schlesien. Wegen Pressevergehen wurde Baginski 1891 zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Während seiner Gefangenschaft werden Teile der Jungen aus der SPD ausgeschlossen. Max solidarisiert sich im Gefängnis mit den Ausgeschlossenen, tritt ebenfalls aus der Partei aus und nähert sich dem Anarchismus an. 1892 wird er wegen eines bösartigem Halsgeschwürs vorzeitig entlassen und reist nach Zürich.

Dort schloss er sich der Gruppe der Jungen an, die sich mit der Gruppe Anarchist*innen um die Zeitung Freie Gesellschaft vereinigt hatten. Zur Gruppe gehörten der Schreiner und Kaufmann Theodor Dietschy (1866-?), Herausgeber der Freie Gesellschaft, der Schriftsetzer Gustav Lübeck (1873-?), den Schlosser Fritz Köster (1855-1934), der polyglotte Handelsgehilfe und Publizist Alfred Sanftleben (1871-1952) sowie der Ökonomiestudent Hans Müller (1867-1950), der Ökonomiestudent Franz Blei (1871-1942, Sohn eines Schuhfabrikanten) und der Publizist und Germanistikstudent Gustav Landauer (1870-1919, Sohn eines Schuhhändlers). Weitere vergleichbare Gruppen wie in Zürich entstanden in Basel, Bern und Schaffhausen.  Die beiden begabten Agitatoren der Gruppe, Baginski und Landauer, traten an verschiedenen Veranstaltungen auf, so am 29. Dezember 1892 im Kasino Aussersihl in Zürich, als der Parteiführer der SPD, August Bebel (1840-1914), an einer Versammlung vor 1‘200 Personen eine Rede hielt. Die zwei stellten als Sprecher einer Gruppe Junger und Anarchist*innen, zu der auch Franz Blei gehörte, Bebel mit kritischen Interventionen zur Rede; was im Saal zu Aufruhr und einem Eklat sorgte. In Luzern halfen Baginski und Landauer an Versammlungen vom 17. Dezember 1892 und 21. Januar 1893 mit, dort eine oppositionelle anarchistische Gruppe ins Leben zu rufen.

Baginski wanderte 1893 über London in die USA aus, wo seit 1891 sein Bruder Richard in New York lebte. In New York verkehrte er, wie sein Bruder, im Kreis um Johann Most. Im August 1893 traf er in Philadelphia auf Emma Goldman und ließ sich in Chicago nieder. Von 1894 bis 1901 war Max Baginski Redakteur der anarchistischen Zeitung Chicago Worker. 1896 gab er seine eigene Zeitung Die Sturmglocken heraus, von der jedoch nur vier Ausgaben erschienen. Er lebte nun in Chicago, wo er ein aktives Mitglied von Die Feuchte Ecke, einem Biertrinker-Club war, obwohl er selbst keinen Alkohol trank.  Max hatte 1899 eine kurze Liebesbeziehung mit Emma Goldman, die er aber wegen Emilie (Milli) Schumm aufgab. Er arbeitete auch an der Zeitung Freiheit mit, die Johann Most in New York herausgab; nach dessen Tod im Jahr 1906 war Baginski Mitherausgeber der Zeitung. Ebenso wirkte er von 1906–07 an der Zeitschrift Freedom mit, sowie an Leitartikeln für die anarchistische Zeitschrift Mother Earth, bei der er einer der Mitgründer war.

1900 nahm er am Internationalen Anarchistenkongress in Paris und 1907 am Internationalen Anarchistenkongress in Amsterdam teil.

1913 verfasste er eine Einleitung zu den drei Bänden der Werke von Robert Reitzel. 1914 gab er eine neue Zeitschrift heraus, die Internationale Arbeiter Chronik, von der sieben Ausgaben erschienen. 

Er setzte seine Mitarbeit bei verschiedenen anarchistischen Zeitungen (New Yorker Volkszeitung) bis in die 1930er Jahre fort und war Korrespondent für die Berliner Zeitung Der Syndikalist

Er lebte seit 1899 mit Emilie (Milli) Schumm (?), der Schwester des Individualanarchisten George Schumm (1856–1941) zusammen und hatte eine Tochter Peepsie (1902-?) mit ihr.

Milli und Max verbrachten ihren Lebensabend auf einer Farm in Lake Wesauking Pennsylvania, die Fanny Witkop Pokrass (1884-1968), der Schwester von Milly Witkop-Rocker (1877-1955) gehörte.

Im Juli 1943, holte ihn seine Tochter zu sich nach New York, da sich sein Gesundheitszustand drastisch verschlechtert hatte.

Max starb 1943 in einem New Yorker Spital.


FONTI: WP


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